Die HRV in der Praxis

Unsere HRV-Professionals berichten

Auch in diesem Newsletter möchten wir euch wieder einen unserer HRV-Professionals  vorzustellen und euch damit einen kleinen Einblick in deren praktische Arbeit mit der HRV geben. Diesmal ist es Matthias Augustin, der Gewinner der Facebook-Empfehlung:

Matthias Augustin, Senior Consultant für Burnout Prävention & BGM bei IAP Basel Master of Cognitive NeuroScience (aon) Fachmann für betriebliches Gesundheitsmanagement (IHK) Dipl. Wirtschaftsinformatiker

Matthias AUGUSTIN, 54

– Senior Consultant für Burnout Prävention & BGM bei IAP Basel
– Master of Cognitive NeuroScience (aon)
– Fachmann für betriebliches Gesundheitsmanagement (IHK)
– Dipl. Wirtschaftsinformatiker

8133 Esslingen, Schweiz

für Firmen:
Website: www.iapbasel.ch
Mail: augustin@iapbasel.ch

für Privatpersonen:
Website: www.matthiasaugustin.com
Mail: mail@matthias-augustin.com

Matthias, wie bist du auf die HRV gekommen?

Sprichwörtlich wie die Jungfrau zum Kind. Ich war im Jahr 2008 während einer Coaching Weiterbildung auf Hawaii. Dort hatte ein anderer Kursteilnehmer aus München, Stefan Pumm, einer der ersten von Autonom Health ausgebildeten HRV Professionals, ein Messgerät in einem Koffer dabei. Er erzählte mir, dass er damit den Stress messen und meine Gesundheit darstellen könnte. Das Gerät war so gross wie ein Walkman aus den Neunzigern und wurde mit Traggürtel und mit 5 Elektroden (!) an meinem Körper befestigt.

Wie hat sich das für dich angefühlt?

Es war recht unangenehm, dies während 24 Stunden bei der Hitze mitten im Paradies im Pazifischen Ocean zu tragen. Ich kann mich noch gut erinnern, als er mir dann einen Tag nach der Messung am Pool unseres Hotels die damals für mich brutale Botschaft vermittelte: Mein biologisches Alter war 11 Jahre höher als mein wirkliches Alter. Ich war in einer richtigen, heftigen Erschöpfung. Insbesondere der Schlaf war schlecht und er zeigte mir auf, was ich tun solle, um es zu verbessern. Der Körper hat sofort reagiert, zwang mich dann mal richtig auszuschlafen und so habe ich am darauf folgenden Tag am Workshop nicht teilgenommen.

Und dann, warum hast du dich dazu entschieden, mit der HRV zu arbeiten?

Nach etwa drei Monaten habe ich dann in München eine Folgemessung durchgeführt. Das Ergebnis war für mich damals toll. Das biologische Alter hat sich innerhalb von Monaten um sieben Jahre verbessert. Ich war begeistert von der Möglichkeit, Messungen von jedem Platz der Welt durchzuführen und sofort via Internet die Ergebnisse zu erhalten. Schon immer interessiert an medizinischen Fragestellungen, sah ich nun die Chance, mein Informatikwissen sowie mein Interesse für Medizin und Menschen zusammen zu bringen. So rief ich in Wien bei Andrea von Autonom Health an. Ich wollte wissen, ob ich als Nicht-Mediziner überhaupt Erfolgsaussichten habe, dies zu lernen. Sie bejahte dies, und meldete mich sofort für die Ausbildung in Wien an. Die Ausbildung war intensiv, spannend und es entstanden unter den Teilnehmenden Freundschaften, die bis heute anhalten.

Wie arbeitest du konkret mit der HRV?

Schon bei meinen ersten HRV-Messungen mit meinen Klienten bin ich nicht nur bei der SWOT-Analyse und Empfehlungen geblieben, sondern habe ihnen alle möglichen Strategien zur Stressbewältigung vermitteln wollen. Die Fülle an Informationen hat viele Klienten fast schon überfordert. Deshalb habe ich mich dazu entschlossen, mein theoretisches und praktisches Wissen in digitaler Form zur Verfügung zu stellen. Als langjähriger Lehrer liebe ich das Vermitteln und Coachen. Somit lag es nahe, mein Wissen sowohl für Privatpersonen, als auch für Firmen zur Verfügung zu stellen.

Wie lange arbeitest du schon mit der HRV?

Nach der Ausbildung als HRV-Professional im Jahr 2009 und habe ich mir gleich ein Gerät für damals weit über 3.000 Euro angeschafft. Bald darauf, ein bis zwei Jahre später, kam dann die Umstellung auf die kleineren Geräte. Zuerst eines mit zwei Kabel, dann eines mit nur noch einem Kabel, sowie die grundlegende Neuentwicklung der HRV-Analyse Software und des Portals, so wie wir sie heute kennen.

Was war damals bei der Ausbildung noch grundsätzlich anders?

In meiner Ausbildung haben wir noch einiges manuell berechnet und interpretiert. Es gab noch keinerlei Texte, die einem Hinweise oder Erklärungen lieferten. Ich hatte damals nur meinen Lernordner mit meinen handschriftlichen Notizen zur Verfügung, um aus dem Gelernten gute Beratungen zu machen. Hilfreich waren die kollegialen Fallbesprechungen, die wir unter uns noch unerfahrenen Professionals durchführten.

Wie setzt du die HRV in deiner Arbeit ein?

Heute führe ich in der Schweiz einerseits Messungen für Einzelpersonen durch, die bei mir anfragen und sich für die HRV interessieren. Andererseits führe ich in Zusammenarbeit mit der IAP Basel (Institut für angewandte Psychologie) Messungen und Coachings für Unternehmen durch. Sie lassen im Rahmen des betrieblichen Gesundheitsmanagements ihre Führungskräfte und Mitarbeiter messen.
Daneben organisiere ich Seminare zur Burnout-Prävention und seit bald drei Jahren auch zum Thema Schlaf und Regeneration
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Soweit ich weiß, hast du noch einen Master gemacht?

Ganz genau. Ich konnte vor drei Jahren eine Weiterbildung im Bereich der Neurowissenschaften abschliessen. Bei der Masterarbeit vertiefte ich mich in das faszinierende Gebiet, was im Gehirn und Körper während des Schlafes passiert und zeigte unter anderem dort auch die HRV als Messmöglichkeit auf. Das Spannende war, dass sich die Professoren in dieser zweijährigen Ausbildung ausschliesslich auf das Gehirn im Wachzustand fokussierten, ich hingegen aber entdeckte und vertiefte mich in die faszinierende Welt des Schlafes und was dann im Gehirn geschieht, tiefer entdecken durfte. Diese Seminare haben vor allem in Firmen ein grosses Interesse geweckt.
Zudem führte ich für eine Studie mit Klangschalen und eine Diplomarbeit zu Craniosacral-Therapien unterstützend HRV Messungen durch
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Wie reagieren deine Klienten auf die Messungen und Ergebnisse?

Meistens bestätigt ihnen die eigene Messung eine Vermutung oder Vorahnung. Sehr oft sind die Klienten erstaunt, wie schlecht längere PC-Arbeit auf die HRV wirkt. Und oft ist die subjektive Wahrnehmung des Schlafs sogar schlechter als der Schlaf in der Messung. Dann ist es meine Aufgabe, mit Wissen, das in der Bevölkerung wenig bekannt ist, den Menschen das Vertrauen in ihren Schlaf zurückzugeben. Auf alle Fälle bewegt die HRV Messung in jedem Menschen etwas. Und das ist für mich eine der wichtigsten Aspekte der HRV, dass man angestossen wird, etwas selbstverantwortlich in seinem Lebensstil zu verändern, zu verbessern oder in guten Fällen auch ganz bewusst aufrecht zu erhalten.

Hast Du eigentlich eine Botschaft für Deine Stress-Klientinnen und Klienten? 

Abwechslung im Alltag, Achtsamkeit im Rhythmus, Bewegung, immer wieder gute Atmung, und vor allem qualitativ hochwertiger Schlaf. Zu oft sehe ich Menschen, die tagein tagaus das gleiche machen, wie PC, TV, etc. in die Nacht hineinleben oder spät abends noch kurz vor dem Schlaf eine Jogging-Runde drehen. Oder während der Arbeit am Bildschirm verspannen sich die Menschen unbewusst, atmen nur noch knapp und werden träge und müde. Da will ich mit sogenannten Mini-Breaks wieder mehr Bewusstsein für die eigene Atmung schaffen. Und zum Thema Schlaf könnte ich noch viel mehr erzählen, doch das führt hier zu weit.

Was war dein schönstes Erlebnis mit der HRV? 

Generell sind es natürlich die Situationen, wo eine Klientin oder ein Klient wesentlich jünger gemessen wurden als ihr tatsächliches Alter. Aber ganz besonders freut es mich, wenn jemand sein Schlafverhalten verbessern oder mehr Achtsamkeit und Gelassenheit in den Alltag miteinbeziehen kann. Zurzeit freue ich mich ganz besonders, dass mein 18-jähriger Sohn, der ambitioniert und intensiv Stabhochsprung trainiert, die HRV für seine optimale Trainingsgestaltung verwenden will.

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