Unser Herz schlägt im Winter anders als im Sommer!

Herzratenvariabilität und Jahreszeit Wenn die Sonne scheint, schlägt das Herz auch stärker

Viele von uns beschreiben sich als Sommer- oder Wintermenschen und gestehen, dass ihre Stimmung von der Jahreszeit abhängig ist. Doch wie sieht es mit unserer Herzratenvariabilität aus? 

Wer sehnt sich in dieser Jahreszeit nicht nach einem Urlaub mit viel Sonnenschein an schönen Stränden Spaniens oder Griechenlands, wenn es draußen kalt ist und die Straßen verschneit sind? Oft sind wir während der kalten Jahreszeit etwas schlechter gelaunt als im Sommer.

Eine Besonderheit der kalten Jahreszeit ist eine erhöhte Sterblichkeit infolge von kardiovaskulären Erkrankungen. Dies trifft auf viele Länder zu und kann durch die saisonale Änderungen der kardiovaskulären Risikofaktoren bedingt sein. Zum Teil spielt die Depression, die in diesen Monaten häufiger ausgelöst wird, auch eine bedeutende Rolle (siehe Blogbeitrag: Herbstdepression)

Studie

Aus diesem Grund untersuchten Kristal-Boneh et al. den Zusammenhang zwischen den Jahreszeiten und der Herzratenvariabilität. Sie verglichen HRV Messungen von 120 Männern, die entweder im Sommer oder Winter durchgeführt wurden. Es wurde eine Multivariatanalyse für jeden HRV-Index im separaten Modell ausgeführt. Alter, Body-Mass-Index (BMI), körperliche Aktivität am Arbeitsplatz, sportliche Tätigkeit, Alkohol- und Nikotinkonsum, Cholesterin im Blut, Herzfrequenz in Ruhe, systolischer Blutdruck, Schulabschluss sowie Jahreszeit fungierten als unabhängige Variablen.

Ergebnisse

Sie zeigten keine Unterschiede der mittleren RR-Intervallen zwischen Sommer und Winter. Jedoch wurde eine niedrigere HRV im Winter festgestellt, nachdem Ergebnisse aller HRV-Analyse während Sommer und Winter verglichen wurden. Der Unterschied zwischen den RR-Intervallen betrug im Durchschnitt 14ms (95CI 8-20ms). Der Prozentanteil der Herzschläge mit einem Abstand von N zu N von 50ms oder länger (pNN50 – ein Maß für die Vagusaktivität) war im Sommer um 1,5% (95%CI 0,6-2,5%) höher als im Winter. Die Multivariatanalyse zeigte eine Erhöhung der HRV im Sommer, wenn die Ergebnisse nach Alter, Serumcholesterin, systolischem Blutruck und BMI korrigiert wurden.

 

Fazit

Diverse HRV-Parameter gesunder Männer unterliegen saisonalen Schwankungen. Unser autonomes Nervensystem ist während der warmen Jahreszeit  anpassungsfähiger. Das zeigt sich in der höheren HRV im Vergleich zum Winter. Nachdem eine reduzierte HRV mit diversen pathologischen Zuständen verbunden ist, leisten die Ergebnisse dieser Studie einen Beitrag zur Ursache für erhöhte Mortalität im Winter.

Das nächste Mal, wenn wir uns überfordert fühlen, denken wir an unsere Gesundheit. Egal, ob im Winter oder Sommer, wir brauchen oft ein paar Tage Urlaub, um die körperliche und psychische Spannung abzubauen. Wir sollten uns daher bewusst Zeit nehmen, um uns wieder mehr in Richtung Gesundheit zu bewegen. Denn sie ist nicht nur bloße Abwesenheit von Krankheit, sondern ein langer Weg zur Verwirklichung ihres vollen Potenzials. Und wer kann das besser widerspiegeln, als unsere HRV?

HRV-Praxis-Lehrbuch

 

Lesenswert!

Im HRV-Praxis Lehrbuch (A. Lohninger, 2017) gibt es einen Abschnitt
zu modifizierenden Einflussfaktoren auf die HRV.
Auch dort findet die Jahreszeitenabhängige HRV ihren Platz!

Mehr dazu

 

 

 

 

KRISTAL-BONEH, E., FROOM, P., HARARI, G., MALIK, M. & RIBAK, J. 2000. Summer-winter differences in 24 h variability of heart rate. J Cardiovasc Risk, 7, 141-6.

 


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