Mein Lebensfeuer – vom eigenen Herzen gemalt

Was ist das Lebensfeuer-Bild?

Unser autonomes Nervensystem (ANS), das Vegetativum, koordiniert, synchronisiert und lenkt alle wesentlichen Körperfunktionen. Die Analyse von Stammhirnfunktionen und ANS unter Alltagsbedingungen bei einem Minimum von Messaufwand bietet ein Maximum an diagnostischer Relevanz. Die klare grafische Darstellung der Messergebnisse setzt hinsichtlich Aussagekraft und Verstehbarkeit neue Maßstäbe. Diese wissenschaftlichen Erkenntnisse machten wir uns zunutze. In jahrelanger Forschungsarbeit entwickelten wir das AUTONOM HEALTH© LEBENSFEUER.

Wieso haben wir uns für das Lebensfeuer zur Darstellung entschieden?

Kernstück moderner HRV-Diagnostik ist die intuitiv erfassbare Darstellung des Spektrogramms als Grafik (Sammito et al., 2014; Task Force, 1996), da das Element des (gemessenen) Herzens das Feuer ist.

In unseren anderen Blogs habt ihr bereits vom Sympathikus und Parasympathikus gelesen. Sie fungieren zwar als funktionelle Gegenspieler, arbeiten jedoch nicht gegeneinander, sondern im Sinne perfekt aufeinander abgestimmter Mitspieler (Task Force, 1996). In den Spektralanalysen der HRV findet diese perfekte Ökonomie ihr Spiegelbild.

In Momenten optimaler Performance – also sogenannten FLOW-Zuständen -„brennt das Lebensfeuer“ – sowohl im Bereich des Sympathikus als auch des Vagus, also über alle Frequenzbereiche, „lichterloh„.

Ein HRV-Spektralbild hat gewisse Gleichmäßigkeiten und Ungleichmäßigkeiten. Ein gewisses Maß an Ordnung und Chaos ist im Sinne von Variabilität erwünscht. Bei einem schönen Lebensfeuer-Bild sind bestimmte Wechsel zwischen Tag und Nacht erkennbar, zwischen Schlaf und Tagesaktivitäten. Deshalb sind die Ergebnisse auch in Abhängigkeit von der jeweiligen Aktivität unterschiedlich zu beurteilen.

Was macht also das Lebensfeuer-Bild so besonders?

Ein dichtes, hochflammendes, farbintensives Bild entsprechend dem Powerbalken am rechten Bildrand repräsentiert Vitalität und Gesundheit. Je bunter, dichter und höher, desto besser das Ergebnis.

ULF, VLF, LF, HF im HRV-Spektrogramm (Quelle: Autonom Health, 2021)

Abb.: ULF, VLF, LF, HF im HRV-Spektrogramm (Quelle: Autonom Health, 2021)

Die Intensität der HRV drückt sich über die Farbcodierung aus und wird in Millisekunden zum Quadrat (ms²) ausgewiesen. In Anlehnung an das Farbspektrum einer Gasflamme geht dieses von hellblau, mittelblau, dunkelblau, dunkelrot, hellrot, orange, gelb, weiß in grau über. Hellblau entspricht dabei beispielsweise der stärksten Intensität von mindestens 1.200 ms², rot 240 ms² und grau 0 ms².

Daraus ergeben sich folgende Frequenzbereiche:

  • ULF (ultra low frequency): < 0,0033 Hz;
  • VLF (very low frequency): 0,04 – 0,0033 Hz;
  • LF (low frequency): 0,04 – 0,15 Hz; 
  • HF (high frequency): 0,15 – 0,40 Hz;
  • TP (Total Frequency Power):  0 bis 0,4 Hz;

(Mehr zu den verschiedenen Frequenzbereichen in unserem Blogbeitrag zu den Grundlagen der HRV)

Auch der Tag-/Nachtrhythmus, die respiratorische Sinusarrythmie (RSA), der Basale Ruhe-/Aktivitätszyklus (BRAC) und Regeneration geben Auskunft über den eigenen Gesundheitszustand.

Wenn sich das Lebensfeuer-Bild verändert

Es ist ganz normal, dass sich die HRV bzw. das Lebensfeuer im Alter reduziert. Aber auch ein reduzierter Gesundheitszustand, (chronische) Belastungen und Stress, psychische und physische Erkrankungen führen zu einem „abgebrannten“ Lebensfeuer. Dann kann eine HRV-Messung inkl. Coaching bei einem zertifizierten HRV-Professional hilfreiche Erkenntnisse zur Verbesserung der Gesundheit liefern.

Mehr beispielhafte Lebensfeuerbilder gibt es in unserer Galerie: https://www.autonomhealth.com/galerie/ 

Natürlich gibt es über die Herzratenvariabilität (HRV) und das Lebensfeuer noch viel mehr zu erzählen. Für eine Vertiefung eignet sich das „HRV-Praxis-Lehrbuch“ von Dr. Alfred Lohninger (2017), Neuauflage für Herbst 2021 geplant sowie „EINFACH GESUND – Anleitung zur artgerechten Haltung von Menschen“ von Dr. Alfred Lohninger (2016). Beide Bücher können in unserem Online-Shop erworben werden.

Sammito S et al. Leitlinie Nutzung der Herzschlagfrequenz und der Herzfreqquenzvariabilität in der Arbeitsmedizin und der Arbeitswissenschaft. Portal Wiss Med 2014; 11: 1-60.

Task Force of the European Society of Cardiology and the North American Society of Pacing and Electrophysiology. Heart rate variability: standards of measurements, physiological interpretation, and clinical use. Circulation 1996; 93: 1043-1056.

 

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