HRV & Immunsystem

Die Tage werden kürzer, das Laub fällt von den Bäumen und die Temperaturen fallen. Der Herbst ist da und mit ihm häufig auch eine Erkältung. Viele Menschen plagen sich in dieser Zeit mit Schnupfen, Husten und Heiserkeit herum, baden eine Erkältung oder sogar grippalen Infekt aus. Die HRV und das Immunsystem stehen in einer Wechselwirkung.

Um solche Erkrankungen zu verhindern, besitzt unser Körper ein Immunsystem. Dringen potenziell schädigende Mikroorganismen wie Bakterien, Viren, Pilze oder Parasiten in den menschlichen Körper ein, werden sie von der körpereigenen Abwehr bekämpft. Darüber hinaus besitzt das Immunsystem die Fähigkeit, krankhaft veränderte körpereigene Zellen zu erkennen und zu beseitigen.

Unser Immunsystem

EKG

EKG

Unser Immunsystem (lateinisch immunis, deutsch ‚unberührt, frei, rein‘) besteht aus verschiedenen Organen, Geweben, Zellen und Molekülen. Es hat eine große Bedeutung für die körperliche Unversehrtheit von Lebewesen, denn praktisch alle Organismen sind ständig den Einflüssen der belebten Umwelt ausgesetzt. Manche dieser Einflüsse stellen eine Bedrohung dar. Wenn schädliche Mikroorganismen in den Körper eindringen, kann dies zu Erkrankungen führen.

Ganz grundsätzlich werden zwei Systeme unterschieden:

Unspezifische und spezifische Immunabwehr

Die unspezifische Immunabwehr wird auch angeborene Immunabwehr genannt. Sie beinhaltet Barrieren, findet innerhalb von wenigen Minuten statt und ist durch Erbinformation festgelegt. Sie wendet sich grundsätzlich gegen alles, was als „körperfremd“ erkannt wird.

Die spezifische Immunabwehr – auch erworbenes Immunsystem genannt – bildet sich erst nach dem Kontakt mit einem bestimmten Erreger. D.h. sie zeichnet sich durch eine Anpassungsfähigkeit gegenüber neuen oder veränderten Krankheitserregern aus . Danach bleiben Gedächtniszellen und spezifische Antikörper erhalten, die bei einem erneuten Kontakt mit diesem Erreger eine Abwehrreaktion ermöglichen.

Erst das Zusammenspiel von angeborener und erworbener Abwehr ermöglicht Immunreaktionen, die unseren Organismus effektiv vor schädigenden Einflüssen bewahren. Beide Systeme setzen sich aus humoralen und der zellulären Komponenten zusammen:

Humorale und zelluläre Immunabwehr

Die humorale Immunabwehr basiert auf den löslichen Komponenten des Immunsystems. Dazu gehören unter anderem Enzyme, die etwa im Speichel oder in der Tränenflüssigkeit vorkommen und Bakterien abtöten.

Die zelluläre Immunabwehr umfasst alle Zellen, die zur menschlichen Immunabwehr beitragen können, also z.B. Fresszellen wie Makrophagen sowie Granulozyten, B- und T-Lymphozyten. Sie alle gehören zur Gruppe der weißen Blutkörperchen (Leukozyten).

Was sind Antigene und Antikörper?

Antigene sind Stoffe, die eine Immunreaktion auslösen, weil sie vom Körper als fremd erkannt werden. Das Immunsystem reagiert auf sie unter anderem mit der Bildung von Antikörpern. Antigene kommen auch auf eigenen Körperzellen vor. Sie werden vom Immunsystem als zum eigenen Organismus gehörend erkannt.

Antikörper sind Eiweißstoffe, die vom Immunsystem gebildet werden. Sie sind in der Lage, an die Fremdkörper anzudocken und diese zu zerstören.

Ablauf einer Immunreaktion

Bei einer Erstinfektion beginnt die Immunreaktion meist mit den antigenpräsentierenden Zellen. Diese Zellen sind als Teil der angeborenen Immunabwehr dazu fähig, typische Merkmale von Krankheitserregern zu erkennen, ohne zuvor mit diesem Erreger Kontakt gehabt zu haben. Sie können die Krankheitserreger aufnehmen (phagozytieren) und in ihrem Inneren einschließen und förmlich „fressen“. Daher werden sie auch als Fresszellen bezeichnet. Anschließend präsentieren sie Teile der Erreger an ihrer Oberfläche den Zellen der adaptiven Immunabwehr (B- und T-Lymphozyten), die daraufhin in einen aktivierten Zustand übergehen. Einige Abwehrzellen können die Erreger direkt abtöten, andere beginnen mit der Produktion von Antikörpern. Sie binden an die Erreger, machen diese bewegungsunfähig und damit unschädlich oder markieren sie für die Vernichtung durch weitere Abwehrzellen. Nach der ersten Infektion mit einem Erreger bleiben die Antikörper erhalten, um bei einer erneuten Infektion wesentlich schneller und effizienter reagieren zu können.

Ob nach einer Infektion tatsächlich auch eine Erkrankung auftritt, hängt von dem eingebrachten Erreger und deren Eigenschaften sowie dem Zustand des Immunsystems zusammen. Bei intaktem Immunsystem und geringer Erregerdosis kann also eine Erkrankung wie beispielsweise eine Erkältung entweder überhaupt nicht ausbrechen oder einen weniger schweren Verlauf nehmen.

HRV und das Immunsystem

Die HRV beschreibt die Fähigkeit des Herzens, den zeitlichen Abstand von einem Herzschlag zum nächsten laufend zu verändern und sich so flexibel ständig wechselnden Herausforderungen anzupassen (Lohninger, 2017). Ein gesundes kardiovaskuläres System zeichnet sich durch eine hohe HRV aus. Eine reduzierte HRV steht hingegen für ein Ungleichgewicht im autonomen Nervensystem (Birkhofer et al., 2005). Dieses Ungleichgewicht kann bei einem schwachen Immunsystem durch z.B. einen grippalen Infekt ausgelöst werden.

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HRV und das Immunsystem

HRV und das Immunsystem

Vorschau

Im nächsten Blogbeitrag geht es darum, wie sich ein grippaler Infekt auf das vegetative Nervensystem und damit die HRV auswirkt.

 

 

 

 


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