Einsatz der HRV zur Schlaganfallerkennung

Die Herzratenvariabilität (HRV) wird bereits in vielen Forschungsbereichen als nichtinvasive Methode zur Risikostratifizierung eingesetzt. Doch welchen Zusammenhang gibt es zwischen der HRV und einem Schlaganfall?

Einführung 

Ein Schlaganfall stellt heutzutage die weltweit führende Ursache der Invalidität und die zweithäufigste Todesursache nach dem Herzinfarkt dar. Ein Schlaganfall ist die Folge von Gefäßverschlussen oder Blutungen im Gehirn und geht mit einer hohen Mortalität und gravierenden Folgen einher. Bei einem Schlaganfall erhalten die Nervenzellen im Gehirn zu wenig Sauerstoff und Nährstoffe und sterben dadurch. Das kann zu einem anhaltenden Ausfall von Funktionen des Zentralnervensystems und zu Folgestörungen wie Sprachstörungen und Lähmungen führen.

Daher ist man immer auf der Suche nach kostengünstigen und effektiven nichtinvasiven Methoden zur Risikostratifizierung und Behandlung. Laut Lees und Kollegen (2018) ist die Herzratenvariabilität (HRV) ein nichtinvasives Maß für die Funktion des autonomen Nervensystems. Ihre dynamische Natur kann viele Aufschlüsse über das Risiko eines Schlaganfalls geben.

Forschung

Die von Lees geführte Forschungsgruppe aus Australien untersuchte in ihrer systematischen Übersichtsarbeit die prädiktive Kraft der HRV hinsichtlich des Auftretens und der Überwachung des therapeutischen Erfolgs. Dazu untersuchten die Forscher Ergebnisse  22 weltweite Studien über Schlaganfälle und HRV.

Die Übersichtsarbeit zeigte, dass Kurzzeitmessungen der HRV aufgrund der geringen Zahl der inkludierten Studien noch mehr untersucht werden müssen, um ihre prognostische Kraft eindeutig zu belegen. Jedoch deuten die Studien darauf hin, dass sowohl die zeitabhängigen HRV Parameter wie SDNN als auch die frequenzabhängigen HRV Parameter wie Low-Frequency oder High-Frequency bei Patienten mit Schlaganfall im Vergleich zu den Gesunden verändert sind. Daher stellt dieses Forschungsfeld einen Bereich mit vielen Zukunftsperspektiven dar.

Ergebnisse

HRV-Langzeitmessungen zeigen, dass es Unterschiede in den zeit- und frequenzabhängigen HRV-Parametern zwischen Gesunden und Personen mit Schlaganfall gibt. Weiters sind auch Poincare-Plots und zirkadiane Oszillationen der HRV als prädiktive Faktoren identifiziert worden. Auch die Analysen, die sich mit Komplikationen nach dem Schlaganfall befassten, belegten die Aussagekraft der HRV und einzelner Parameter wie LF/HF-Verhältnis.

Der jetzige Wissensstand bietet Evidenz für die Verwendbarkeit der HRV als prognostischen Marker für einen Schlaganfall an. Verschiedene HRV-Parameter fungieren als Biomarker für das Auftreten des Schlaganfalls und können ebenfalls auch viele Komplikationen, die nach einem solchen Geschehen auftreten, rechtzeitig identifizieren. Möglicherweise können gewissen gravierende Folgen eines Schlaganfalls, wie motorische Beeinträchtigung und Tod, besser abgeschätzt werden. Auch die funktionellen Auswirkungen können zuverlässig mittels frequenzabhängigen Parametern wie Low-Frequency und High-Frequency prognostiziert werden (Lees et al., 2018).

Fazit

Die HRV ist nicht nur ein geeignetes Messinstrument in vielen Behandlungsstrategien, sondern auch eine gute Methode um Warnsignale Ihrer Gesundheit rechtzeitig zu erkennen.

 

Literatur

LEES, T., SHAD-KANEEZ, F., SIMPSON, A. M., NASSIF, N. T., LIN, Y. & LAL, S. 2018. Heart Rate Variability as a Biomarker for Predicting Stroke, Post-stroke Complications and Functionality. Biomark Insights, 13, 1177271918786931.

Bildquelle

Adobe Stock Foto: freshidea – Datei Nr. 37726081


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