Best Practice: Erich Schwarz berichtet aus der Praxis

Weiter geht es in unserer Best Practice Reihe „HRV-Professionals berichten“. Diesmal haben wir Erich Schwarz über die Schulter geblickt und geben euch einen Einblick in seine praktische Arbeit mit der HRV.

Erich SCHWARZ

zertifizierter HRV-Professional
Dipl. Mentaltrainer

Mail: erich.schwarz@hotmail.com
Website: www.powerscout.cc

Erich, warum hast du dich dazu entschieden, mit der HRV zu arbeiten?
„Einer der Hauptgründe ist die Erfahrung, dass Gesundheit immer sehr subjektiv erfahren wird, im Sinne von „Mir geht es …“, „Ich fühle mich…“. Bereits bevor ich die HRV gekannt habe, hatte ich das Gefühl, dass es etwas braucht, das Menschen emotionalisiert und motiviert, einen gesünderen Weg einzuschlagen. Ein komplettes Blutbild ist selbstverständlich wichtig, aber letztendlich oft nicht befriedigend: „Ist eh alles ok! Alle Werte im grünen Bereich!“ ist zu wenig und spiegelt leider oft nicht wirklich, wie es einem geht.“

Wie lange arbeitest du schon mit der HRV?
„Ich kam erstmals im Jänner 2008 in Kontakt. Ein Ö3-Moderator hat im Radio berichtet, dass er nun nach einer Messung sein „Lebensfeuer“ kennt. Das hat mich so interessiert, dass ich mich noch am selben Tag für das 1. Modul im Februar angemeldet habe“

Wie setzt du die HRV in deiner Arbeit ein?
„Neben den Selbstmessungen, die ich nun schon seit 11 Jahren regelmäßig durchführe, wende ich die HRV in der Betrieblichen Gesundheitsförderung, bei Sportlern und „ganz normalen“ Menschen an, die ich als „Helden des Alltags“ bezeichne, weil sie die Verantwortung für sich und ihre Gesundheit in die Hand nehmen und nicht nur großartige Reden darüber schwingen.“

Wie reagieren deine Klienten auf die Messungen und Ergebnisse?
„Die meisten Klienten sehen sich durch die Messung in ihrer gefühlten Wahrnehmung bestätigt. Nicht nur, was ihren gesundheitlichen Allgemeinzustand betrifft, sondern erst recht, wenn es ins Detail geht. Wenn man im Spektrogramm sehen kann, wie die Konzentrationsfähigkeit am PC während der Arbeit nachlässt und sich Müdigkeit einschleicht, das leichte Mittagessen zu keinem Leistungseinbruch am Nachmittag führt, oder dass das Lauftraining tatsächlich den Schlaf verbessert, dann ist das sehr vertrauenserweckend und befriedigend. Erfahrungsgemäß stimmt das subjektiv Gefühlte mit dem objektiv Gemessenen aber bei einem Viertel nicht überein. Da gilt es genauer hinzuschauen, warum nicht. Das sind dann meistens besonders herausfordernde, aber auch spannende Messungen.“

Dein schönstes Erlebnis mit der HRV:
„An interessanten Erlebnissen mit der HRV-Messung mangelt es wahrlich nicht! Nur zwei markante davon:
Einem neuen Formel-1-Fahrer ist die Kinnlade völlig entglitten, als ich ihm zeigen konnte, dass er zwar ganz passable HRV-Werte hat, sobald er in seiner (fast) fliegenden Kiste sitzt, aber dass ihn Presse- und Sponsorentermine bei den Rennen dermaßen stressen, dass das Spektrogramm aussah, wie beim einem Burnout-Betroffenen. Er hatte nie ein Medientraining absolviert und war damit psychisch völlig überfordert. Nach der Messung hat er die belastende Situation offen und ehrlich mit seinem Rennstall besprochen, wurde seither gut gebrieft und für Medienauftritte trainiert. Inzwischen macht ihm der Kontakt mit Journalisten richtig Spaß.

Ein kurz vor der Pension stehender Versicherungssachbearbeiter hat im Zuge eines BGF-Projektes eine Messung gemacht, bei der seine zermürbende berufliche Lustlosigkeit im Spektrogramm unmissverständlich ans Tageslicht kam. „Dienst nach Vorschrift“ war noch weit übertrieben… Aber nach der Arbeit hat er HRV-Werte entwickelt, die einfach sensationell waren! Was war da los? Schmunzelnd meinte er: „Sagt Ihnen der Begriff ‚Heraldik‘ etwas?“ Nicht wirklich. Und dann begann er mit dem Feuer in den Augen zu erzählen, dass er einer der führenden Experten Österreichs in Sachen ‚Wappenkunde‘ war, der hochkarätige Vorträge darüber hält und auf Uni-Niveau unterrichtet. Er, der kleine, frustrierte Sachbearbeiter! Über das durch die Messung nun sichtbar gewordene, zwiespältige berufliche Leben haben wir noch ziemlich viel lachen müssen. Und haben es natürlich für uns behalten. „

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