Arbeitsbedingter Stress & HRV

Als Tenzin Gyatso, der 14. Dalai Lama, gefragt wurde, was an der Menschheit ihn am meisten überrascht, antwortete er:

Der Mensch. Denn er opfert seine Gesundheit, um Geld zu machen. Dann opfert er sein Geld, um seine Gesundheit wieder zu erlangen. Und dann ist er so ängstlich wegen der Zukunft, dass er die Gegenwart nicht genießt; das Resultat ist, dass er nicht in der Gegenwart lebt; er lebt, als würde er nie sterben, und dann stirbt er und hat nie wirklich gelebt.

Dieses Zitat birgt ein großes Stück der Wahrheit. Viele Menschen genießen ihre Arbeit. Arbeit stellt einen wichtigen Bestandteil ihrer Identität dar. Aber wie sieht es aus, wenn die Arbeit keine Freude mehr bereitet und der Stress überwiegt?

Die Herzratenvariabilität (HRV) gibt uns die Antwort auf diese Frage.

Einleitung

Langzeitstress ist ein Gesundheitsrisiko in der modernen Gesellschaft und ist mit vielen Krankheiten, wie kardiovaskulären und muskuloskelettalen Krankheiten, verbunden. Stress macht nicht nur den Körper, sondern auch die Seele krank und ist dadurch an der Entstehung vieler psychischer Erkrankungen beteiligt. Daher wundert es nicht, dass die Stressforschung einen großen Stellenwert hat.

Aus diesem Grund untersuchten die finnischen Forscher die Herzratenvariabilität und ihren Zusammenhang mit Stress am Arbeitsplatz in ihrer systematischen Übersichtsarbeit.

Heart rate variability and occupational stress- A systematic review

Die Übersichtsarbeit von Järvelin-Pasanen, Sinikallio und Tarvainen (2018) inkludierte insgesamt zehn Studien, die im Durchschnitt an 179 Probanden im mittleren Alter von 41 Jahren gemacht wurden. Das Stressniveau wurde mit standardisierten Fragebögen erhoben. Die HRV wurde mittels Holter EKG gemessen. Die Forscher untersuchten sowohl zeit-, frequenzabhängige und nicht lineare HRV-Parameter.

Die wichtigste Erkenntnis dieser Arbeit ist, dass sich eine Erhöhung des subjektiv empfundenen Stressniveaus körperlich durch eine reduzierte HRV feststellen lässt. Das zeigt sich vor allem durch eine Rückgang des Parasympathikus. HRV-Parameter, die dadurch reduziert sind: RMSSD und High-Frequency (HF). Darüber hinaus lässt sich eine autonome Dysbalance am erhöhten LF/HF-Verhältnis bemerken.

Fazit

Diese Übersichtsarbeit zeigt, dass die HRV eine wichtige Funktion in der Beobachtung von arbeitsbezogenem Stress und dessen Einfluss auf die menschliche Gesundheit ist. Weiters kann diese medizinisch begründete Methode dazu verwendet werden, die Ergebnisse vieler Studien, die sich mit Stress beschäftigen, miteinander zu vergleichen und somit eine Objektivierung des subjektiv Empfundenen zu erzielen.

 

JARVELIN-PASANEN, S., SINIKALLIO, S. & TARVAINEN, M. P. 2018. Heart rate variability and occupational stress-systematic review. Ind Health.

Bildquelle: Adobe Stock Photo – von Tiko, Datei Nr. 137708989


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