Ab in den Urlaub!

Chronischer Arbeitsstress + verminderter Vagotonus = Ab in den Urlaub!

Es wird mal wieder Zeit für Urlaub

Sommer ist für viele Menschen die beliebteste Jahreszeit für Urlaub. Wir alle sehnen uns nach einem mehrtägigen Entspannen an einem schönen Ort, sei es auf dem Berg oder am Strand. Urlaub ist nicht umsonst eine Chance für uns alle, unsere Kräfte aufzuladen. Das heißt auch, dass wir unseren Vagotonus aufladen. Der ist schließlich maßgeblich an der Regeneration beteiligt. Nicht nur wir wissen das, sondern auch viele Studien konnten das bereits belegen.

Die meisten von uns kennen das gute Gefühl, wenn man erholt aus dem Urlaub zurück in die Arbeit kommt. Man wird nicht nur körperlich, sondern auch geistig vitaler und ist imstande mehr Herausforderungen im Job zu bewältigen. In 2 Wochen steht der wohlverdiente Urlaub an. Wir freuen uns. Doch bis dahin ist noch viel zu tun. Gerade vor Urlaubsbeginn steigt unser Stresslevel noch einmal ordentlich an. Viel Stress lässt bekanntermaßen den Parasympathikus sinken. Die Folge: diverse Arbeitsprozesse leiden darunter. Es wird Zeit, Energie zu tanken.
Forscher haben sich nun mit dieser Kombination aus chronischem Stress und reduziertem Vagotonus beschäftigt und sich gefragt, ob sich dadurch die Entscheidungsfindung reduziert. Landolt und KollegInnen sagen ja

Der Vagotonus beschreibt einen Zustand des vegetativen Nervensystems, bei dem das Gleichgewicht zwischen Sympathikus und Parasympathikus in Richtung  Parasympathikus verschoben ist. Es handelt sich also um einen Erholungszustand.!

Wissenschaftlicher Hintergrund

Forschungen haben aber auch belegt, dass gerade vor dem Urlaub der Stress noch einmal steigt (Syrek et al., 2017). Arbeitsaufgaben müssen noch schnell erledigt werden, damit sie nicht an Kollegen übergeben werden. Die Koffer müssen gepackt werden. Die Reise wird durchgeplant. Unter all diesem Stress leidet auch unsere Entscheidungsfähigkeit.

Stress ist eine physische bzw. psychische Reaktion auf spezifische äußere Reize, die besondere Bewältigungsstrategien erfordern. Stress kann als positiv oder negativ wahrgenommen werden.

Die negative Beziehung zwischen akutem Stress und Entscheidungsfindung wurde in der Vergangenheit sehr gut untersucht. Allerdings haben sich wenige Studien mit dem Einfluss der chronischen Arbeitsbelastung auseinandergesetzt. Chronischer Stress entsteht dann, wenn der Körper in einer dauerhaften Alarmbereitschaft ist, weil die Belastungen nicht abnehmen. Damit haben sich Forscher rund um Landolt (2017) befasst.
Die Studie aus Australien untersucht die Effekte einer chronischen Arbeitsbelastung und einem niedrigen Vagotonus auf die Entscheidungsfindung und Reaktionszeit bei professionellen Jockeys. Und zeigt damit auf, wie wichtig regelmäßige Erholung ist.

Warum Jockeys?

Jockeys haben eine sehr anstrengende Arbeitsroutine und einen von Natur aus sehr gefährlichen Job. Ein guter Auftritt verlangt von ihnen eine sehr kurze Reaktionszeit und sehr präzise Entscheidungen. Aus diesem Grund wollten die Forscher das Ungleichgewicht zwischen persönlicher Bemühung und beruflicher Belohnung (sogenannte Effort-Reward-Imbalance – ERI (Siegrist, 1996) untersuchen. Mittels Herzratenvariabilität wurde die Zeit für ihre Reaktion und Entscheidungsfindung in Zahlen gefasst.

Das ERI-Modell erklärt die Entstehung von Stress im Arbeitskontext. Es nimmt dabei eine soziale Perspektive ein und berücksichtigt individuelle Unterschiede. Arbeitnehmer erwarten im Austausch für ihre Arbeit Gegenleistungen wie Gehalt, Wertschätzung, Sicherheit, und Aufstiegsmöglichkeiten. Ist die Balance zwischen Arbeitseinsatz und Belohnung nicht ausgeglichen, kommt es zu sogenannten Gratifikationskrisen – das sind psychischen und physischen Erkrankungen.

Die Jockeys wurden in zwei verschiedenen Monaten (September und November) getestet.  Dazu wurde ein spezieller Computer Test geschaffen, der die zuvor genannten Parameter messen soll.

September wird unter Jockeys eher als ein entspannter Monat angesehen (vermutlich auch aufgrund der ausklingenden Urlaubssaison) und November stellt das genaue Gegenteil dar. Die Ergebnisse erbrachten wichtige Erkenntnisse für die Forschung des chronischen Stress, insbesondere in Hinsicht auf die Jahreszeit und das Stressniveau.

Abb. 1: Beispiel für Auswirkungen einer chronischen Arbeitsbelastung in der HRV

Ergebnisse

Es stellte sich heraus, dass eine höhere ERI mit einer stärkeren Cortisol-induzierten Aufwachreaktion korreliert. (Exkurs: Cortisol ist ein Stresshormon und sorgt für Aktionsbereitschaft unseres Körpers. Es wird insbesondere nach dem Aufwachen vermehrt in die Blutbahn freigesetzt.)

Ein solches berufliches Ungleichgewicht  resultierte auch in einer schlechteren und langsameren Entscheidungsfindung. Insbesondere war dieser Zusammenhang mit einem Blutalkoholspiegel von 0.08 Promille während der stressigen Jahreszeit (November) zu vergleichen.

Was sagt die HRV?

Ein niedriger Low-Frequency/High-Frequency-Quotient wurde als entscheidender Faktor für einen negativen Zusammenhang zwischen ERI und Entscheidungsfindung identifiziert. D.h. je höher das Ungleichgewicht zwischen eigenem Einsatz und erwarteter Belohnung, desto stärker reduzierte sich die Entscheidungsfindungsfähigkeit reduziert. Im eher stressigen November führt eine höhere ERI zu einer starken Reduzierung des Vagotonus. Der Sympathikus überwiegt.  Laut den Forschern reduziert dieser Zustand die Fähigkeit, rationale Entscheidungen schnell zu treffen (Landolt et al., 2017).

Die Studie von Landolt et al. (2017) deutet auf potentiell sehr gefährliche Effekte der Arbeitsbelastung hin. Sobald die Belastung im beruflichen Leben nicht mehr durch unsere Ressourcen kompensiert werden kann, tritt eine Reduzierung des Vagotonus auf. Die regenerativen Kräfte unseres Körpers nehmen ab. Es wird Zeit für Regeneration.

Vielleicht im Urlaub?

Nutzen Sie doch einfach My Autonom Health, um Ihr autonomes Gleichgewicht selbständig und zuverlässig zu bestimmen. Denn nur, wenn ihr Vagus stark ist, können Sie auch gesund bleiben und sich gut genug erholen. Monate wie Juli, August und September stellen nicht umsonst eine beliebte Urlaubszeit für viele Menschen dar. Sonnenschein, frische Luft, Meereswasser und gesundes Essen sind die Grundlage einer erfolgreichen Erholung im Urlaub.

 

Abb.2: Beispiel für einen gesunden jungen Mann im HRV-Spektrogramm

 

 

Erfahren Sie also mithilfe der HRV, ob schon wieder Zeit für Urlaub ist!

 

LANDOLT, K., MARUFF, P., HORAN, B., KINGSLEY, M., KINSELLA, G., O’HALLORAN, P. D., HALE, M. W. & WRIGHT, B. J. 2017. Chronic work stress and decreased vagal tone impairs decision making and reaction time in jockeys. Psychoneuroendocrinology, 84, 151-158.

Christine SYREK u.a.: Zutaten für eine gute Erholung im Urlaub. In: Michaela Brohm-Badry u.a. (Hrsg.) Positiv-Psychologische Forschung im deutschsprachigen Raum. Pabst, 232 Seiten. ISBN Paperback 978-3-95853-310-3. ISBN eBook 978-3-95853-311-0

 


 


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